Dokument Manage­ment und revisi­ons­si­chere Archi­vie­rung mit Share­Point

Einfüh­rung

Share­Point hat sich bei vielen Unter­nehmen als Basis­tech­no­logie für verschie­dene Bereiche wie Intranet, Team-und Arbeits­räume, sowie für dokument-basierte Zusam­men­ar­beit etabliert. Der Schritt zu einem Dokument Manage­ment System mit Archi­vie­rung ist aber nicht trivial.

Der Begriff Archi­vie­rung wird in Projektalltag häufig leicht­fertig verwendet, oft analog zu Begriffen wie

  • Ausla­ge­rung“ – oft getrieben durch die IT, um das Daten­vo­lumen in Share­Point und den SQL Daten­banken zu reduzieren
  • Wegspei­chern“ – oft durch Anwender gewünscht, um Dateien für einen längeren Zeitraum aufzu­be­wahren, damit diese nicht aus Versehen gelöscht werden

In diesem Beitrag geht es um revisi­ons­si­chere Archi­vie­rung, aber was bedeutet das eigent­lich? Verein­facht gesagt gilt:

Revisi­ons­si­chere Archi­vie­rung bedeutet, dass relevante Dokumente ordnungs­gemäß aufbe­wahrt werden.

Die Ausdrücke „relevante Dokumente“ und „ordnungs­gemäß“ haben es aller­dings in sich. Es gibt kein Gesetzt oder allge­mein­gül­tige Richt­linie, die genau beschreibt, welche Dokumente wie aufbe­wahrt werden müssen. Statt­dessen gibt es Grund­sätze der Revisi­ons­si­cher­heit ist in Deutsch­land z.B. für steuer­recht­lich und handels­recht­lich relevante Dokumente erfor­der­lich und unter anderem im Handels­ge­setz­buch, in der Abgaben­ord­nung, in der GoBS oder der GoBD definiert. Merkmale der Revisi­ons­si­cher­heit sind unter anderem:

  • Vollstän­dig­keit
  • Schutz vor Verän­de­rung, Verfäl­schung und Verlust
  • Einhal­tung der Aufbe­wah­rungs­fristen
  • Zugriff und Lesbar­keit der Infor­ma­tionen
  • Prüfbar­keit

 

Ich möchte im Folgenden auf typische Fragen eingehen, die im Rahmen der Imple­men­tie­rung einer revisi­ons­si­cheren Lösung zu beachten sind.

Ist Share­Point eigent­lich revisi­ons­si­cher?

Für die Beant­wor­tung der Frage ist es unerheb­lich ob MOSS 2007, Share­Point 2010, Share­Point 2013 oder Share­Point 2016 oder Share­Point Online, OneDrive for Business, etc. einge­setzt werden – die Antwort ist immer die gleiche: kein Produkt ist von Haus aus revisi­ons­si­cher! Eine Gesamt­lö­sung, bestehend aus einem techni­schen Produkt und organi­sa­to­ri­schen Prozessen, kann bei richtiger Nutzung revisi­ons­si­cher sein. Oder kurz gesagt:

Die beste techni­sche Lösung taugt nix, wenn sie falsch bedient oder nicht genutzt wird. Das Produkt muss ordnungs­gemäß einge­setzt werden.

Häufig wird bei derar­tigen DMS-Projekten die techni­sche Lösung in den Vorder­grund gestellt. Die Kernfragen rund um die revisi­ons­si­chere Archi­vie­rung sind aber technik-unabhängig. Es ist ratsam, zu prüfen, ob im Unter­nehmen bereits ander­wei­tige Archi­vie­rungs­lö­sungen existieren, da dann ggf. grund­le­gende Prozess­fragen bereits geklärt sind:

 

Welche Dokumente sind zu archi­vieren?

Der Grund für die revisi­ons­si­chere Archi­vie­rung von Dokumenten sind Aufbe­wah­rungs­pflichten. Verein­facht kann man sagen:

Keine Archi­vie­rung ohne Aufbe­wah­rungs­pflicht!

Aber wer definiert, welche Dokumente aufbe­wahrt werden müssen? Und wie lange? Und ab wann beginnt die Aufbe­wah­rungs­dauer eigent­lich?

Die Anfor­de­rung zur Aufbe­wah­rung von Dokumenten kann verschie­denen Quellen haben:

Gesetz­liche Vorgaben (legal compli­ance)

Der Gesetz­geber in Deutsch­land spricht nicht von einer Archi­vie­rungs­pflicht, sondern von einer Aufbe­wah­rungs­pflicht. Die Aufbe­wah­rungs­pflichten sind in unter­schied­li­chen Gesetzen geregelt, z.B.:

  • steuer­recht­lich relevante Dokumente sind gemäß der Abgaben­ord­nung (AO) aufzu­be­wahren
  • Handels­recht­lich relevante Dokumente sind gemäß dem Handels­ge­setz­buch (HGB) aufzu­be­wahren
  • Produkt­haf­tungs-relevante Dokumente sind gemäß dem Produkt­haf­tungs­ge­setz (ProdHaftG) aufzu­be­wahren

Unter­neh­mens­richt­li­nien (corpo­rate compli­ance)

Zusätz­lich zu den gesetz­li­chen Anfor­de­rungen kann ein Unter­nehmen weitere Anfor­de­rungen an die Aufbe­wah­rung von Dokumenten definieren, z.B.:

  • Aufbe­wah­rung von Dokumenten über die gesetz­liche Aufbe­wah­rungs­dauer hinaus
  • Aufbe­wah­rung zusätz­li­cher Dokumente, für die keine gesetz­liche Aufbe­wah­rungs­dauer gilt

Bei dem Design einer revisi­ons­si­cheren Archi­vie­rungs­lö­sung auf Basis Share­Point ist auch der Gesamt­kon­text zu definieren, für den die neue Lösung einge­setzt werden soll, z.B.:

  • Sollen nur Dokumente in Share­Point, oder auch Share­Point Online / Office 365 archi­viert werden?
  • Sollen andere Systeme wie z.B. Fileserver abgelöst werden?
  • Sollen Postein­gangs- und Postaus­gangs­do­ku­mente digita­li­siert und archi­viert werden?
  • Sollen physi­ka­li­sche Akten­ar­chive (Akten­ordner) digita­li­siert und archi­viert werden?

 

Wie soll archi­viert werden?

Nach der Klärung, welche Dokumente einer Aufbe­wah­rungs­pflicht unter­liegen und damit archi­viert werden müssen ist zu definieren, wie die Archi­vie­rung konkret erfolgen soll.

Wie konkret zu archi­vieren ist, ist jedem Unter­nehmen selber überlassen, solange es ordnungs­gemäß ist.

Das Bundes­fi­nanz­mi­nis­te­rium hat aber zwei Richt­li­nien zur Aufbe­wah­rung elektro­ni­scher Dokumente veröf­fent­licht:

 

Dazu hat der Verband Organi­sa­tions- und Infor­ma­ti­ons­sys­teme e. V. zehn Merksätze mit Erläu­te­rungen zum Thema elektro­ni­sche Archi­vie­rung erarbeitet:

  1. Jedes Dokument muss nach Maßgabe der recht­li­chen und organi­sa­ti­ons­in­ternen Anfor­de­rungen ordnungs­gemäß aufbe­wahrt werden
  2. Die Archi­vie­rung hat vollständig zu erfolgen – kein Dokument darf auf dem Weg ins Archiv oder im Archiv selbst verloren gehen
  3. Jedes Dokument ist zum organi­sa­to­risch frühest­mög­li­chen Zeitpunkt zu archi­vieren
  4. Jedes Dokument muss mit seinem Original überein­stimmen und unver­än­derbar archi­viert werden
  5. Jedes Dokument darf nur von entspre­chend berech­tigten Benut­zern einge­sehen werden
  6. Jedes Dokument muss in angemes­sener Zeit wieder­ge­funden und repro­du­ziert werden können
  7. Jedes Dokument darf frühes­tens nach Ablauf seiner Aufbe­wah­rungs­frist vernichtet, d.h. aus dem Archiv gelöscht werden
  8. Jede ändernde Aktion im elektro­ni­schen Archiv­system muss für Berech­tigte nachvoll­ziehbar proto­kol­liert werden
  9. Das gesamte organi­sa­to­ri­sche und techni­sche Verfahren der Archi­vie­rung kann von einem sachver­stän­digen Dritten jeder­zeit geprüft werden
  10. Bei allen Migra­tionen und Änderungen am Archiv­system muss die Einhal­tung aller zuvor aufge­führten Grund­sätze sicher­ge­stellt sein

Das komplette PDF mit weiteren Erläu­te­rungen kann auf der Homepage des Verbands Organi­sa­tions- und Infor­ma­ti­ons­sys­teme e. V. herun­ter­ge­laden werden.

 

Diese Merksätze sind sehr allge­mein gehalten und geben nur an, was zu tun ist, aber nicht, wie dies konkret zu tun ist. Daher müssen diese Merksätze unter­neh­mens­spe­zi­fisch, d.h. passend zu der organi­sa­to­ri­schen Struktur des Unter­neh­mens und der techni­schen Möglich­keiten, umgesetzt werden.

Folgende Fragen helfen zu definieren, wie die Archi­vie­rung konkret erfolgen soll:

  • Welches Speicher­me­dium soll / darf verwendet werden, z.B. Daten­bank, spezi­elle Speicher­sys­teme verschie­dener Hersteller, ggf. WORM (write once read many)?
  • Soll das (digita­li­sierte) Origi­nal­do­ku­ment alleine archi­viert werden, oder ist eine Datei­kon­ver­tie­rung nötig, um die Lesbar­keit sicher­zu­stellen?
  • Im Falle einer Datei­kon­ver­tie­rung
    • In welches Datei­format soll konver­tiert werden?
    • soll diese Datei zusätz­lich oder ausschließ­lich archi­viert werden?
    • Was soll bei Konver­tie­rungs­feh­lern passieren
  • Welche Metadaten sind nötig, um die archi­vierten Dokumente über den Zeitraum der Aufbe­wah­rungs­dauer wieder aufzu­finden?
  • Wann beginnt die Aufbe­wah­rungs­dauer eigent­lich?
  • Was soll nach Ablauf der Aufbe­wah­rungs­dauer passieren?
  • Sollen die zu archi­vie­renden Dokumente in das Archiv kopiert oder verschoben werden?
  • Soll ein Link auf die archi­vierten Dokumente im Share­Point verbleiben?
  • Wann und wie erfolgt das Archi­vie­rungs­er­eignis?
    • Durch den Anwender?
    • Durch ein Ereignis (z.B. Freiga­be­work­flow) oder zeitge­steuert?
  • Wer darf auf archi­vierte Dokumente zugreifen und wie erfolgt der Zugriff auf die archi­vierten Dokumente?

 

 

Was spricht für Share­Point als Basis­tech­no­logie?

Share­Point wird bei vielen Kunden als Dokument Manage­ment System (DMS) einge­setzt, wobei der Begriff DMS genauso wie Archi­vie­rung immer kunden­spe­zi­fisch zu definieren ist. Share­Point bietet sehr gute Funktionen zur Verwal­tung von Dokumenten wie zum Beispiel:

  • Struk­tu­rie­rungs­mög­lich­keit von Infor­ma­tionen über Listen & Biblio­theken
  • Metadaten
  • Versio­nie­rung
  • Metadaten
  • Inhalts­typen
  • Dokument­richt­li­nien
  • Suche
  • Workflows
  • Office Integra­tion
  • Mehrbe­nut­zer­fä­hig­keit
  • Webba­sierter und mobiler Zugriff
  • Anpass­bar­keit

 

Share­Point hat sich zudem als Quasi-Standard für dokument­ba­sierte Zusam­men­ar­beit und dokument­ba­sierte Prozesse in Unter­nehmen und über Unter­neh­mens­grenzen hinweg etabliert. Daher liegt es nahe, Share­Point auch für die Archi­vie­rung von Dokumenten zu nutzen.

 

Um eine verläss­liche und gewich­tige Aussage zum Thema Revisi­ons­si­cher­heit mit Share­Point zu erhalten, hat Micro­soft die Wirtschafts­prü­fungs­ge­sell­schaft KPMG beauf­tragt, einen Bericht zum Thema Compli­ance mit Micro­soft Share­Point Server 2010 mit Fokus auf Handels- du Steuer­recht zu erstellen. Kernaus­sage des Berichts ist, dass eine unver­än­der­liche Aufbe­wah­rung von Dokumenten in Share­Point grund­sätz­lich möglich ist, dazu aber zusätz­liche organi­sa­to­ri­sche Maßnahmen im Bereich Adminis­tra­tion, Überwa­chung und Auswer­tung erfor­der­lich sind, wobei sich die organi­sa­to­ri­schen Maßnahmen reduzieren lassen, wenn Dokumente richt­li­ni­en­ge­steuert auf WORM fähigen Speichern abgelegt werden.

 

Die Nutzung von Share­Point ist aufgrund der guten Basis­funk­tionen, sowie der weiten Verbrei­tung im Unter­nehmen sinnvoll. Revisi­ons­si­cher ist Share­Point – wie jedes andere Produkt – nicht.

Welche Philo­so­phien von Archiv­lö­sungen gibt es?

Techni­sche Archi­vie­rungs­lö­sungen für Share­Point lassen sich grob in folgende

Katego­rien einteilen:

  • Datei­sys­tem­ba­siert: Diese Archiv­sys­teme speichern alle zu archi­vie­renden Infor­ma­tionen (Dokument und Metadaten) in einem datei­sys­tem­ba­sierten Archi­vie­rungs­spei­cher. Welche Speicher­me­dien unter­stützt werden, hängt von jewei­ligen Archiv­system ab. Üblicher­weise lassen sich aber Standard­da­tei­sys­teme nutzen, genauso wie WORM-Speicher (Write Once, Read Many). WORM Techno­lo­gien schützen die archi­vierten Infor­ma­tionen am besten vor ungewollter Löschung / Verän­de­rung. Auffind­bar­keit und Zugriff auf archi­vierte Dokumente erfolgt suchba­siert – zum Beispiel über die Share­Point Suche.
  • Daten­bank­ba­siert: Diese Archiv­sys­teme speichern alle zu archi­vie­renden Infor­ma­tionen (Dokument und Metadaten) vollständig in Daten­banken. Die Infor­ma­tionen sind dabei nicht durch das Speicher­me­dium vor Verän­de­rung und Löschung geschützt, sondern durch die Anwen­dung. Es sind daher weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die Daten in der Daten­bank vor Verän­de­rung und Löschen zu schützen. Natür­lich muss auch die Daten­bank vor Löschen geschützt werden, solange sich aufbe­wah­rungs­pflich­tige Dateien darinnen befinden.
    Das wohl bekann­teste daten­bank­ba­sierte Archiv­system ist Share­Point selber. Share­Point stellt mit dem Records Center Archi­vie­rungs­funk­tionen bereit:
  • Misch­form: Bei diesem Produkttyp werden die Dateien auf einem datei­sys­tem­ba­sierten Archi­vie­rungs­spei­cher gespei­chert, die Metadaten aller­dings in einer Referenz­da­ten­bank. Sofern Zugriff auf das Dokument ausschließ­lich über die Referenz­da­ten­bank erfolgt, so muss diese ausrei­chend gesichert und Ihrer­seits vor ungewollter Verän­de­rung geschützt werden.

 

Wer stellt die Revisi­ons­si­cher­heit der Lösung fest?

Ob eine Lösung revisi­ons­si­cher ist, kann im Rahmen eines Audits / Testats durch einen Revisor oder einen Auditor unter Berück­sich­ti­gung der System­do­ku­men­ta­tion und den Verfah­rens­an­wei­sungen geprüft werden. Es ist ratsam, schon in der frühen Projekt­phase mögliche Auditoren mit in die Lösungs­kon­zep­tion einzu­binden.

 

Mythen und Irrtümer

Seit wir Share­Point haben müssen wir archi­vieren“

Diese Aussage ist grund­le­gend falsch. Die Anfor­de­rung, ob / welche Dokumente zu archi­vieren sind, ist techno­lo­gie­un­ab­hängig und unabhängig von der Einfüh­rung von Share­Point. Wenn für ein Dokument eine Aufbe­wah­rungs­pflicht besteht, dann muss es ordnungs­gemäß aufbe­wahrt werden. Ob das Dokument initial im Share­Point oder im Datei­system liegt, ist unerheb­lich.

Aufbe­wah­rungs­dauer beginnt bei Archi­vie­rung“

Leider falsch – das wäre auch zu einfach. Leider beginnt die Aufbe­wah­rungs­dauer in den seltensten Fällen mit dem Archi­vie­rungs­er­eignis — außer, es wird viel zu spät archi­viert. Die Aufbe­wah­rungs­dauer für Dokumente ist in Gesetzen oder Unter­neh­mens­richt­li­nien geregelt, zudem muss der Archi­vie­rungs­zeit­punkt so früh wie möglich sein.

Der Beginn der Aufbe­wah­rungs­dauer ist abhängig vom Archi­vie­rungs­zweck:

  • Bei steuer­lich relevanten Dateien mit Ablauf des aktuellen Kalen­der­jahres nach letzter Bearbei­tung
  • Bei produkt­haf­tungs­re­le­vanten Dateien mit dem Ende der Herstel­lung des Produkts – das ist organi­sa­to­risch nicht zu unter­schätzen!

 

Die Anwender sollen Dokumente archi­vieren“

Mit dieser so dahin­ge­spro­chenen Anfor­de­rung beginnen viele Archi­vie­rungs­pro­jekte. Oft verbirgt sich dahinter die Vorstel­lung, dass der Anwender mit einem Knopf­druck ausge­wählte Dokumente wegar­chi­vieren kann und ggf. noch Parameter definieren kann wie Aufbe­wah­rungs­dauer, Metadaten, etc. Das Problem an dieser Heran­ge­hens­weise ist, dass der Anwender das Archi­vieren mögli­cher­weise vergisst, oder falsche Parameter wie z.B. Aufbe­wah­rungs­dauer wählt. Das Prozess- und Fehler­ri­siko liegt also beim Anwender. Besser ist es, zentrale Archi­vie­rungs­re­geln vorzu­de­fi­nieren und die Archi­vie­rung weiterst­ge­hend zu automa­ti­sieren und zum Beispiel in bestehende Freiga­be­pro­zesse zu integrieren.

Es gibt revisi­ons­si­chere Archi­vie­rungs­pro­dukte zu kaufen“

Leider nein! Die techni­sche Lösung ist nur der kleinste Teil einer DMS- / Archi­vie­rungs­ge­samt­lö­sung. Nur eine Gesamt­lö­sung (Produkt + Prozess) kann revisi­ons­si­cher sein.

PDF/A Konver­tie­rung ist verlust­frei“

Um die Lesbar­keit von Dokumenten gerade bei langen Aufbe­wah­rungs­fristen sicher­zu­stellen, werden diese oft in quell­of­fene Formate wie PDF/A oder TIFF konver­tiert. Hier kommt es häufig zu einem Konflikt der beiden Grund­prin­zi­pien Lesbar­keit und Unver­än­der­lich­keit. Eine Konver­tie­rung nach PDF/A und TIFF ist analog zu betrachten wie das Ausdru­cken von Dokumenten. Hier sind einige Beispiele, die zu Infor­ma­ti­ons­ver­lust oder Infor­ma­ti­ons­ver­än­de­rung bei der Datei­kon­ver­tie­rung führen:

  • Quell­do­ku­ment hat dynami­sche Inhalte wie ‚aktuelles Datum‘, ‚aktueller Anwender‘ oder greift auf externe Inhalte zu. Wird die Konver­tie­rung durch einen Hinter­grund­pro­zess ausge­führt, so werden die dynami­schen Inhalte mögli­cher­weise verfälscht. Gleiches Problem existiert auch ohne Konver­tie­rung. Immer wenn das Quell­do­ku­ment geöffnet wird, wird der ursprüng­liche Inhalt verfälscht
  • Gerade bei Excel, aber auch bei Power­Point und Word gehen ausge­blen­dete Inhalte oder zoombare Inhalte im Rahmen der Konver­tie­rung verloren, bzw. sind nicht mehr lesbar.

 

Im Rahmen des Projektes ist zu klären, wie derar­tige Konflikte erkannt werden können und wie damit umzugehen ist. Schluss­end­lich ist zu klären, ob die Infor­ma­ti­ons­ver­än­de­rung oder der Infor­ma­ti­ons­ver­lust relevant ist oder nicht.

Site Collec­tions sollen archi­viert werden“

Unabhängig wie die Archi­vie­rung einer Site Collec­tion konkret aussehen soll ist zu klären, wie die Lesbar­keit und der Zugriff über lange Jahre sicher­ge­stellt werden kann – vor allem, wenn die Aufbe­wah­rungs­dauer der Infor­ma­tionen die Lebens­dauer und den Support­zeit­raum einer Share­Point Farm übersteigt.

Empfeh­lung: Relevante Infor­ma­tionen sind in Dokumente zu konver­tieren und als solche zu archi­vieren.

Joachim von Seyde­witz

Solution Archi­tect

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