Anlei­tung / Tutorial — Micro­soft Teams in der Schule

|

Durch COVID 19 / Corona ist ein hoher Bedarf an Remote-Learning Lösungen entstanden. Micro­soft Teams ist eine davon. Einige Bundes­länder, wie zum Beispiel Bayern, setzen stark auf die Micro­soft Techno­logie und die Stadt München stellt Micro­soft Teams den Schulen sogar als fertigen Dienst zur Verfügung.

In diesen Blogbei­trag möchten wir auf die wichtigsten Einstel­lungs­mög­lich­keiten in Micro­soft Office 365 / Micro­soft Teams eingehen, die bei der Nutzung von Office 365 für den Bildungs­be­reich an Schulen und Grund­schulen inter­es­sant sind. Die Anlei­tung ist als Schnell­start für Adminis­tra­toren gedacht.

Auch wenn Micro­soft Teams als Anwen­dung sehr einfach gehalten ist, steht dahinter eine komplette, Cloud-basierte IT-Infra­struktur. Auf der gleichen Infra­struktur arbeiten kleine und große Konzerne, die in der Regel eigene IT-Abtei­lungen haben, die sich mit allen Aspekten von Micro­soft Office 365 und der darunter liegenden Azure Cloud beschäftigen.

Wir beschränken uns bewusst nur auf die techni­sche Konfi­gu­ra­tion des Office 365 Mandanten, wobei einige Einstel­lungen im darunter liegenden Azure Active Direc­tory einzu­stellen sind.

Folgende Aspekte werden in diesem Beitrag nicht behan­delt, da es dafür zum Teil sehr unter­schied­liche Grund­lagen, Ansichten, Ansätze gibt:

  • Anlage­pro­zess des Office 365 Mandant für den Bildungsbereich
  • Multi-Mandan­ten­an­sätze
  • vertrag­liche Regelungen zwischen Bildungs­ein­rich­tung und Micro­soft / Distributor
  • Erwerb der Office 365 A1 Lizenzen für Schüler und Lehrkräfte
  • Verknüpfen des Office 365 Mandanten mit einer bestehenden Domain
  • Konkrete Daten­schutz­an­for­de­rungen
  • Daten­schutz­er­klä­rung für die Anwender / Eltern zur Nutzung von Office 365

 

Wichtig: Micro­soft Office 365 für den Bildungs­be­reich kann mit der kosten­losen A1 Lizenz ohne finan­zi­elle Hürden unkom­pli­ziert einge­kauft werden. Aufgrund vieler Vorein­stel­lungen ist es mit wenigen Klicks möglich, Micro­soft Teams zu nutzen und eine Online­kon­fe­renz zu starten oder einen Teams Arbeits­raum anzulegen und Personen zu berechtigen.

Gerade durch die Vorein­stel­lungen entstehen aber auch Risiken, deren Auswir­kung sich Schulen oft nicht bewusst sind. Auf einige dieser Einstel­lungen möchten wir hier eingehen. Es ist ratsam, diese regel­mäßig zu prüfen, da diese Einstel­lungen je nach Anlage­zeit­punkt des Mandanten unter­schied­lich sein können, bzw. auch nach Vorankün­di­gung durch Micro­soft gelegent­lich geändert werden.

 

Die techni­sche Adminis­tra­tion erfor­dert gute Kenntnis von Office 365 und den darunter liegenden Azure Cloud-Diensten von Micro­soft. Im Zweifel sollte auf entspre­chend geschulte und zerti­fi­zierte Berater und Adminis­tra­toren zurück­ge­griffen werden.

Hinweis: Dieser Blogbei­trag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

1. Einsatz­zweck definieren

Vor Einfüh­rung von Micro­soft Office 365 für den Bildungs­be­reich ist zu klären, wie Office 365 genutzt werden soll. Es gibt verschie­dene Möglichkeiten:

  • Nutzung nur für Online Meetings und chatba­sierte Kommu­ni­ka­tion. Grund­schüler können das recht schnell selbst nutzen.
  • Nutzung zusätz­lich für Datei­aus­tausch und Zusam­men­ar­beit – für Grund­schüler ohne Unter­stüt­zung der Eltern zu komplex, besser geeignet für weiter­füh­rende Schulen.

Auf die Konfi­gu­ra­tion von Office 365 als Komplett­lö­sung für die Schul­ver­wal­tung und die Lehrkräfte mit Mailbox und Office Anwen­dungen gehe ich hier nicht ein.

2. Anlage der Benutzerkonten

Um sich an Micro­soft Teams, bzw. Office 365 anmelden zu können benötigt jede Lehrkraft und jede Schülerin, bzw. jeder Schüler ein persön­li­ches Benutzerkonto.

Wichtig ist, dass die Benut­zer­konten in Office 365 angelegt werden. Dazu gibt es verschie­dene Ansätze wie z.B.:

  • Kopplung mit einem bestehenden Active Direc­tory – sinnvoll für Schulen, die über eine derar­tige Infra­struktur verfügen
  • Manuelle Anlage der Benut­zer­konten direkt in Office 365 – der Ansatz ist aufwändig und fehleranfällig
  • Nutzung anderer Sync-Lösungen wie dem School Data Sync von Micro­soft (ein Dienst, um Benutzer, Gruppen und Team Arbeits­räume anhand von Quell­in­for­ma­tionen aus CSV Dateien oder anderen Quell­sys­temen zu erstellen)
  • Import von Benut­zer­in­for­ma­tionen über CSV ins Office 365

 

In diesem Blogbei­trag nutze ich exempla­risch den CSV Import. Die Vorbe­rei­tung der CSV Datei mit den Benut­zer­in­for­ma­tionen für den Import erfor­dert Sorgfalt und Zeit, ist aber auch für nicht IT-Fachleute machbar:

Eine CSV Beispiel­datei steht zur Verfügung:

Bzgl. der Lizenzen ist es ratsam, diese nicht direkt auf Benut­zer­ebene zuzuweisen, sondern diese über eine Gruppe zuzuweisen. Über die Gruppe kann dann sehr einfach definiert werden, welche Dienste den Gruppen­mit­glie­dern bereit­ge­stellt werden:

Nach dem Import steht eine weitere CSV zum Download bereit. Diese CSV enthält die Benut­zer­namen und Initi­al­kenn­wörter. Das Kennwort muss beim ersten Einloggen durch den Anwender geändert werden.

Wichtig: Bei Benut­zer­an­lage über diesen Standard CSV Benut­zer­im­port werden keine Infor­ma­tionen bzgl. Alter und Zustim­mung bei Minder­jäh­rig­keit gesetzt. Falls das eine Anfor­de­rung ist, so kann das über die Azure Active Direc­tory Benut­zer­ver­wal­tung manuell durch­ge­führt werden.

Alter­nativ kann auf den oben angespro­chenen School Data Sync zurück­ge­griffen werden, der die Infor­ma­tionen Minder­jäh­rige und Zustim­mung automa­tisch im Anlage­pro­zess setzen kann:

3. Anlage von Gruppen

Über Gruppen können sowohl Lizenzen (und damit Funktio­na­li­täten) bereit­ge­stellt, als auch Funktionen über Richt­li­nien einge­schränkt werden.

Lizenz Zuwei­sung und Richt­li­ni­en­zu­wei­sung sind auch auf Benut­zer­level möglich; aus adminis­tra­tiven Aspekten ist die Zuwei­sung über Gruppen vorzu­ziehen. Im weiteren Verlauf verweise ich auf diesen beiden Gruppen:

Der Gruppen­ba­sierte Ansatz ist erwei­terbar und anpassbar. Die Gruppen werden als Sicher­heits­gruppen in Office 365 angelegt:

Einmalig sind den Gruppen die entspre­chenden Mitglieder zuzuweisen.

  • Die Gruppe Lehrkräfte soll alle Lehrkräfte beinhalten.
  • Die Gruppe Schüler soll alle Schüle­rInnen enthalten.

4. Benut­zer­ein­stel­lungen

Die Vorein­stel­lungen sind durch Micro­soft wenig restriktiv. Gerade im Schul­ein­satz ist zu empfehlen, einige Vorein­stel­lungen zu prüfen und ggf. zu ändern.

Die Benut­zer­vor­ein­stel­lungen lassen sich über diesen Direkt­link anpassen.

5. Gruppen­ein­stel­lungen

In den Vorein­stel­lungen ist jedem die Erstel­lung von Gruppen gestattet. Dies ist im Schul­um­feld nicht sinnvoll und sollte geändert werden:

Hilfe dazu findet man auch unter diesem Link.

6. Apps und Dienste im Besitz des Benutzers

Standard­mäßig haben Anwender Zugriff auf den Micro­soft Office Store und können auch Testver­sionen aktivieren. Beides erfor­dert fortge­schrit­tenes Verständnis der Funkti­ons­weise, daher ist eine Deakti­vie­rung dieser Funktionen anzuraten:

7. Bing

Standard­mäßig werden die Inhalte in Office 365 durch die Bing Suche im Unter­neh­mens­kon­text erfasst. Dies ist für die Nutzung von Office 365 mit Schwer­punkt Micro­soft Teams Online­mee­tings & Unter­hal­tungen nicht notwendig und kann geändert werden:

8. Unter­neh­mens­an­wen­dungen

Software as a Service (SaaS) Dienste wie Office 365 und Micro­soft Teams können sehr einfach über Apps funktional erwei­tert werden. Diese Erwei­te­rung durch Apps gibt es auf verschie­denen Ebenen. Eine Ebene ist die direkte Regis­trie­rung einer Anwen­dung im Azure Active Direc­tory, dem Micro­soft Verzeich­nis­dienst in Office 365. Die dort regis­trierten Anwen­dungen werden im Benut­zer­kon­text ausge­führt und können Zugriff auf alles haben, worauf der Benutzer Zugriff hat. Dies sind neben den Daten in einem Micro­soft Teams aber auch die Basis­in­for­ma­tionen von anderen Schülern in der Schule.

Um einen ungewollten Daten­ab­fluss durch Unter­neh­mens­an­wen­dungen zu verhin­dern, sollten die Benut­zer­ein­stel­lungen für Unter­neh­mens­an­wen­dungen geprüft werden:

https://portal.azure.com/#blade/Microsoft_AAD_IAM/StartboardApplicationsMenuBlade/UserSettings/menuId/

9. Sicher­heits­stan­dards

Micro­soft stellt unter­schied­liche Funktionen zur Umset­zung von Sicher­heits­an­for­de­rungen bereit, einige sind in der A1 Lizenz enthalten, andere benötigen weitere Lizenzen.

Zumin­dest in Office 365 für Unter­nehmen werden die sogenannten Sicher­heits­stan­dards unter­dessen standard­mäßig aktiviert. Durch die Sicher­heits­stan­dards werden gewisse Vorein­stel­lungen aktiviert, unter anderem (eine vollstän­dige Liste ist hier):

  • Mehrstu­fige Anmel­dung / Zweifaktor Authen­ti­fi­zie­rung / Multi Faktor Authen­ti­fi­zie­rung für Adminis­tra­toren und Anwender, dadurch kein „Account-Sharing“
  • Zusätz­li­cher Schutz für Administratorkonten
  • Blockieren veral­teter Verfahren zur Benutzeranmeldung

 

Für Unter­nehmen sind diese Sicher­heits­stan­dards in der Regel absolut sinnvoll und umsetzbar. Die Nutzung eine Zwei-Faktor Authen­ti­fi­zie­rung an Schulen für Schüler setzt neben einem eigenen Mobil­te­lefon auch den sorgsamen Umgang damit voraus. Beides ist zumin­dest ein Grund und weiter­füh­renden Schulen nicht gegeben, an Berufs­schulen mag dies anders sein.

Die Einstel­lungen zu den Sicher­heits­stan­dards finden Sie hier.

10. Gastzu­griff – Einstel­lungen für externe Zusammenarbeit

Standard­mäßig ist der sogenannte Gastzu­griff (Externe Zusam­men­ar­beit) aktiviert, d.h. es können auch Personen außer­halb der Schule in Ihr Office 365 einge­laden und berech­tigt werden. Gerade im Schul­um­feld ist dies kritisch zu betrachten, da gerade Grund­schüler nicht zwischen Personen aus dem Schul­um­feld und Personen von außer­halb der Schule unter­scheiden können.

Die Einstel­lungen für externe Zusam­men­ar­beit ist über den Direkt­link https://portal.azure.com/#blade/Microsoft_AAD_IAM/ActiveDirectoryMenuBlade/UserSettings zu konfigurieren:

11. Branding von Office 365

Um die Identi­fi­ka­tion mit Office 365 zu erhöhen und auch die Verwechs­lungs­ge­fahr mit anderen Office 365 Mandanten zu verhin­dern, ist angeraten das eigene Office 365 durch ein eigenes Farbschema und das Schul­logo kennt­lich zu machen.

Durch die folgende exempla­ri­sche Konfi­gu­ra­tion für das benut­zer­de­fi­nierte Design wird die Kopfzeile in Office 365 angepasst (Logo + Farbe, ggf. Hintergrundbild).

Hinweis: Micro­soft Teams ist einer der wenigen Dienste in Office 365, der nicht die angepasste Kopfzeile von Office 365 verwendet. Wenn jemand aber aus Teams heraus Share­Point öffnet, oder sich direkt über https://portal.office.com einloggt, dann wird die angepasste Kopfzeile angezeigt.

Zusätz­lich sollte der Anmel­de­dialog visuell gestaltet werden.

Über https://portal.azure.com/#blade/Microsoft_AAD_IAM/ActiveDirectoryMenuBlade/LoginTenantBranding kann eine neue Konfi­gu­ra­tion (Konfi­gu­ra­tionen sind Sprach­va­ri­anten) angelegt werden. Die Optionen zur Anpas­sung sind selbsterklärend.

Der neue Anmel­de­dialog würde dann z.B. so aussehen:

Hinweis: Das Hinter­grund­bild kann geändert werden. Ein an die Jahres­zeit oder ein thema­tisch angepasstes Hinter­grund­bild sorgt für Erheiterung.

12. Lizenz­ver­gabe und Lizenzoptionen

Standard­mäßig wird die Lizenz “Office 365 A1 für Schüler und Studenten“ mit einer Vielzahl an Diensten, den sogenannten Lizenz­op­tionen gelie­fert. Auch wenn in der Desktop­ver­sion und der mobilen Version von Micro­soft Teams nur Teams Funktionen angezeigt werden, so stehen in der Webver­sion von Micro­soft Teams oder beim Einstieg über https://portal.office.com deutlich mehr Dienste zur Verfügung.

Wie oben im Text beschrieben, haben wir bereits zwei Gruppen angelegt, die wir unter anderem für die Lizenz­zu­wei­sung nutzen wollen. Die Lizenz­zu­wei­sung an eine Gruppe erfolgt im Azure Active Direc­tory. Dort ist die jewei­lige Gruppe auszuwählen:

https://portal.azure.com/#blade/Microsoft_AAD_IAM/GroupsManagementMenuBlade/AllGroups

Die Lizenz “Office 365 A1 für Schüler und Studenten“ umfasst folgende Lizenzoptionen:

  • Project for Office (Plan E1)
  • Common Data Service
  • Educa­tion Analytics
  • Micro­soft Kaizala Pro
  • White­board (Plan 1)
  • Office Mobile Apps for Office 365
  • To-Do (Plan 2)
  • Azure Active Direc­tory Basic for EDU
  • School Data Sync (Plan 1)
  • Micro­soft Stream for O365 E3 SKU
  • Micro­soft Teams
  • Micro­soft StaffHub
  • Power Automate for Office 365
  • Power Apps for Office 365
  • Azure Rights Management
  • Micro­soft Forms (Plan 2)
  • Micro­soft Planner
  • Sway
  • Yammer for Academic
  • Office for the web (Educa­tion)
  • Skype for Business Online (Plan 2)
  • Share­Point Plan 1 for EDU
  • Exchange Online (Plan 1)

 

Je nach geplantem Einsatz­zweck sind unter­schied­liche Lizenz­op­tionen zu vergeben. Die Ausar­bei­tung des passenden Lizenz­op­tionen erfor­dert Kenntnis der Dienste und der Abhän­gig­keiten. Weniger ist mehr!

Der Ansatz kann auch für Lehrkräfte adaptiert werden, in Micro­soft Office 365 z.B. auch für Unter­richts­vor­be­rei­tung, die Dokument­er­stel­lung, als E‑Mail-Kommu­ni­ka­tion, etc.

13. Anlage von Teams kontrollieren

Schüler und Lehrer haben die Möglich­keit eigene Teams Arbeits­räume einzu­richten. Die Einrich­tung und Verwal­tung der Teams Arbeits­raume sollte an Grund­schulen ausschließ­lich durch die Lehrkräfte erfolgen.

Das Recht zur Anlage eines Teams Arbeits­raumes hängt an dem Recht, sogenannte Office 365 Gruppen (bzw. unter­dessen heißen diese Micro­soft 365 Gruppen) anzulegen. Diese Konfi­gu­ra­tion erfolgt über PowerS­hell. Beschrieben ist es hier.

Mit diesem Beispiel-Skript konfi­gu­rieren wir die Rechte für die Teams Anlage, so dass nur Mitglieder der Gruppe Lehrkräfte (haben wir weiter oben angelegt) Arbeits­räume in Micro­soft Teams anlegen können:

Nach erfolg­rei­cher Konfi­gu­ra­tion können nur noch Mitglieder der Gruppe Lehrkräfte Teams anlegen. Für einen Schüler fehlt die Option.

14. Anlage von Share­Point Sites kontrollieren

Micro­soft Share­Point wird als Dienst in Teams verwendet, kann aber auch ohne Teams genutzt werden. Standard­mäßig kann jeder Benutzer neue Share­Point Sites erstellen.

Dies ist im Schul­um­feld unpas­send und kann im Share­Point Admin Center deakti­viert werden.

Nach einigen Minuten greift die Einstel­lung und der Link „Website erstellen“ wird nicht angezeigt.

15. Externe Chats

Mit den Standard­ein­stel­lungen ist es möglich, schul­über­grei­fend mit Anwen­dern aus anderen Office 365 Mandanten bzw. Skype zu chatten. Darüber können Schul­kinder von Personen außer­halb der Schule direkt über den Chat angeschrieben werden. Diese Vorein­stel­lung sollte in jedem Fall geprüft werden.

Über White­lists / Backlists können die Einstel­lungen auf Domain­level vergeben werden. Der White­list Ansatz ist sinnvoll, wenn die Schule mehrere Office 365 Mandanten hat.

Über das Teams Admin Center können die Vorein­stel­lungen geändert werden.

16. Anonyme Besprechungsteilnehmer

Zu jedem Online Meeting in Micro­soft Teams gibt es einen Direkt­link, über den Teilnehmer an der Bespre­chung teilnehmen können. Wird dieser Link an Dritte weiter­ge­geben, können diese ebenfalls dem Meeting beitreten.

Standard­mäßig ist in den Micro­soft Teams Bespre­chungs­ein­stel­lungen die Teilnahme von anonymen Benut­zern aktiviert. Diese kann einfach deakti­viert werden. Die Deakti­vie­rung gilt für den ganzen Office 365 Mandant.

Wichtig: Bei Deakti­vie­rung des anonymen Zugriffs für den Office 365 Mandant ist es der Schul­lei­tung oder Gremien (wie z.B.: Eltern­beirat) nicht möglich, diesen Office 365 Mandant für Bespre­chungen mit anonymen Teilneh­mern (z.B.: Eltern) durch­zu­führen. Dies betrifft Online-Schul­kon­fe­renzen, Online-Eltern­abende, Eltern­bei­rats­sit­zungen, etc.

Abhilfe schafft ein Multi-Mandanten Ansatz.

17. Apps in Micro­soft Teams

Durch die weiter oben getrof­fenen Einstel­lungen für Office Store sind auch Apps für Dritt­an­bieter in Teams deakti­viert. Die Nutzung von Apps von Dritt­an­bie­tern setzt weitere Klärung bzgl. Lizen­sie­rung, Daten­hal­tung und Daten­schutz voraus und müsste im Bedarfs­fall durch­ge­führt werden.

Die Nutzung gewünschter Dritt­an­bieter Apps wie z.B. Moodle kann über White­list bzw. Einstel­lungen für Benut­zer­de­fi­nierte Apps ermög­licht werden.

18. Richt­li­ni­en­pa­kete in Micro­soft Teams

Die Funktionen inner­halb Teams können umfang­reich über Richt­li­nien, die Personen oder Gruppen zugewiesen werden können, gesteuert werden. Es gibt eine Vielzahl von Richt­li­nien, nachste­hende sind die aktuellen:

  • Bespre­chungs­richt­linie
  • Nachrich­ten­richt­linie
  • Richt­linie für Liveereignisse
  • App-Berech­ti­gungs­richt­linie
  • App-Einrich­tungs­richt­linie
  • Richt­linie zum Parken von Anrufen
  • Anruf­richt­linie
  • Anrufer-ID-Richt­linie
  • Teams-Richt­linie
  • Update­richt­linie
  • Notruf­richt­linie
  • Richt­linie zur Weiter­lei­tung von Notrufen
  • Wählplan
  • VoIP-Routing­richt­linie

 

Micro­soft stellt sogenannte Richt­li­ni­en­pa­kete zusammen. Die Richt­li­ni­en­pa­kete umfassen folgende Richtlinien:

  • Nachrich­ten­richt­linie
  • Bespre­chungs­richt­linie
  • App-Setupricht­linie
  • Anruf­richt­linie
  • Richt­linie für Liveereignisse

 

Für den Bildungs­be­reich stellt Micro­soft folgende Richt­li­ni­en­pa­kete zur Verfügung:

  • Bildung (Hochschul­stu­die­rende): Dieses Richt­li­ni­en­paket ist darauf ausge­legt, einen Satz von Richt­li­nien zu erstellen und diese Einstel­lungen auf Hochschul­stu­denten in Ihrer Organi­sa­tion anzuwenden.
  • Bildungs­wesen (Grundschüler(in) verwendet Remote-Learning): Dieses Richt­li­ni­en­paket dient dazu, eine Reihe von Richt­li­nien zu erstellen, die für Grund­schü­le­rinnen und ‑schüler gelten, um die Sicher­heit und Zusam­men­ar­beit der Schüle­rinnen und Schüler bei der Verwen­dung von Remote Learning zu maximieren.
  • Bildungs­wesen (Grundschullehrer(in) verwendet Remote-Learning): Dieses Richt­li­ni­en­paket dient dazu, eine Reihe von Richt­li­nien zu erstellen, die für Grund­schul­leh­re­rinnen und ‑lehrer gelten, um die Sicher­heit und Zusam­men­ar­beit von Schüle­rinnen und Schülern bei der Verwen­dung von Remote Learning zu maximieren.
  • Bildung (Grund­schüler): Dieses Richt­li­ni­en­paket ist darauf ausge­legt, einen Satz von Richt­li­nien zu erstellen und diese Einstel­lungen auf Grund­schüler in Ihrer Organi­sa­tion anzuwenden.
  • Bildung (Schüler weiter­füh­render Schulen): Dieses Richt­li­ni­en­paket ist darauf ausge­legt, einen Satz von Richt­li­nien zu erstellen und diese Einstel­lungen auf Schüler weiter­füh­render Schulen in Ihrer Organi­sa­tion anzuwenden.
  • Bildung (Lehrer): Dieses Richt­li­ni­en­paket ist darauf ausge­legt, einen Satz von Richt­li­nien zu erstellen und diese Einstel­lungen auf Erzieher in Ihrer Organi­sa­tion anzuwenden.

 

Die Richt­li­ni­en­pa­kete können derzeit leider nur Benut­zern zugewiesen werden. Die Zuwei­sung an Gruppen ist zum Zeitpunkt dieses Beitrages in Private-Preview.

Die Richt­li­nien lassen sich granular anpassen. Die Richt­li­ni­en­zu­wei­sung greifen zeitverzögert.

 

Exempla­ri­sche Zuwei­sung einer Richt­linie (hier der Nachrich­ten­richt­linie „Education_SecondaryStudent“) an die oben erstelle Gruppe „Schüler“. Es ist auch möglich, eine eigene Richt­linie zu erstellen und diese zuzuweisen und anzupassen.

Die Einstel­lungen in der Richt­linie lassen sich anpassen. Auch wenn es aufwändig ist, sollten die Richt­li­ni­en­ein­stel­lungen – vor allem für die Nachrich­ten­richt­linie und der Bespre­chungs­richt­linie — genau geprüft werden, da hier wichtige Vorein­stel­lungen konfi­gu­riert werden können:

  • Nachrich­ten­richt­linie
    • Bearbeiten / Löschen von Nachrichten zulassen?
    • Lesebe­stä­ti­gungen erlauben
    • Chat erlauben? Dies betrifft Chats zwischen Schüle­rInnen, aber auch Chats Schüle­rInnen <> Lehrkräfte, betrifft aber nicht den Chat als Teil einer Besprechung.
  • Bespre­chungs­richt­linie
    • Sollen Schüler selbst Online­mee­tings organi­sieren dürfen?
    • Aufzeich­nung von Bespre­chungen deaktivieren!
    • Nutzung der Lobby, um zu verhin­dern, dass Dritte über einen geteilten Meeting Link direkt in der Videobe­spre­chung landen

 

Hier ein Vergleich der Einstel­lungen zweier unter­schied­li­cher Nachrichtenrichtlinien.

Die Richt­li­ni­en­pa­kete für den Bildungs­be­reich sind hier näher beschrieben: https://docs.microsoft.com/de-de/microsoftteams/policy-packages-edu

19. E‑Mail-Postfach

Bei Zuwei­sung der A1 Lizenz mit allen Lizenz­op­tionen (Standard­ein­stel­lung) erhält der Anwender unter anderem auch eine vollwer­tige Mailbox in Office 365. Von der Bereit­stel­lung von Mailboxen für die Grund­schüler ist abzuraten, da Grund­schüler die Funkti­ons­weise von Email­pro­grammen nicht einschätzen können. Die Bereit­stel­lung einer Mailbox ist an die Lizenz­op­tion „Exchange Online (Plan 1)“ gekoppelt.

Falls Mailboxen benötigt werden sollten, sollte ggf. der Versand nach Extern und der Empfang von Emails von Extern über Richt­li­nien im Exchange Online einge­schränkt werden.

Durch unter­schied­liche Lizenz­zu­wei­sungen an Lehrkräfte und Schüle­rInnen kann ein E‑Mail-Postfach auch nur für Lehrkräfte bereit­ge­stellt werden.

20. Kennwor­t­än­de­rung

Bei der ersten Anmel­dung muss das Initi­al­kenn­wort geändert werden. Standard­mäßig laufen die Kennwörter nicht ab. Die Vorein­stel­lung zur Kennwor­t­än­de­rung hängt noch von weiteren Parame­tern wie z.B. dem Anlage­zeit­punkt des Office 365 Mandant ab. Daher ist es ratsam, die Kennwort­ab­lauf­richt­linie zu prüfen.

Die Funktion Self-Service-Kennwort­zu­rück­set­zung ist standard­mäßig nicht einge­schaltet. Eine Kennwort­zu­rück­set­zung kann daher nur über einen Benut­zer­ad­mi­nis­trator über das Office 365 Admin Portal erfolgen.

Alter­nativ kann die Funktion Self-Service-Kennwort­zu­rück­set­zung aktiviert werden. Dadurch sind beim ersten Anmelden zusätz­liche Sicher­heits­fragen und weitere Kontakt­mög­lich­keiten (E‑Mail, Telefon­nummer) zu hinter­legen. Dazu benötigt ein Grund­schul­kind Unter­stüt­zung der Eltern.

Die Micro­soft Dokumen­ta­tion zur Aktivie­rung der Funktion der Funktion Self-Service-Kennwort­zu­rück­set­zung finden Sie hier.

21. Anlage von Klassenteams

Die Anlage von Klassen­teams kann entweder durch den oben erwähnten School Data Sync erfolgen, oder aber auch manuell durch einen Adminis­trator oder die Lehrkräfte erfolgen.

Lehrkräfte können eigene Teams anlegen. Der Team Typs Kurs ist für den Einsatz an Schulen bereits vor konfiguriert.

Im nächsten Schritt sind die Lehrer und Schüler zu berechtigen.

Die Lehrer eines Teams sind für die richtigen und sinnvollen Einstel­lungen im Team zuständig:

  • Über den Tab Mitglieder werden die Rechte vergeben
  • Die Einstel­lungen sollten geprüft werden

22. Einrich­tung eines Teams pro Klasse

Die ersten Schritte für eine Lehrkraft, um ein Klassen­team einzu­richten, ist in diesem Blog beschrieben und umfasst folgende Themen:

  1. Modera­ti­ons­funk­tion in Kanälen
  2. Unter­hal­tung oder Ankündigung?
  3. Klassen­chat – Kanal oder Gruppe?
  4. Bespre­chung planen
  5. Modera­toren und Teilnehmer
  6. Anonyme Teilnehmer im Meeting?
  7. Hand heben
  8. Teilneh­mer­liste herunterladen
  9. Meeting beenden
  10. Kalender pro Kanal
  11. Bonus: Wer hat wen stumm geschaltet oder aus dem Meeting entfernt?

Rückfragen zum Thema? Oder ein anderes Anliegen? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir unter­stützen Sie gerne.

 

Joachim von Seydewitz

Solution Archi­tect



Kontakt zur netunite AG

Ihr Anliegen. Unsere Experten. Erleben Sie netunite. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.
Gerne sind wir auch telefonisch unter 089/8906599-0 oder per E-Mail unter info@netunite.eu für Sie erreichbar.

netunite AG
Lindwurmstraße 97
80337 München

    Pflichtfeld
    Pflichtfeld
     
    Pflichtfeld
     
    Pflichtfeld

    Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Akzeptieren